Whatsapp-Alternativen. (Foto: Shutterstock)

Whatsapp ist der Messenger-King, trotz seiner mittlerweile zwei Milliarden Nutzer ist er nicht unumstritten. Daher stellen wir euch hier Whatsapp-Alternativen gesammelt, die einen ähnlichen Funktionsumfang bieten und allerhand Potenzial haben.

Whatsapp ist Marktführer – mit Abstand

Whatsapp ist unbestritten der beliebteste Messenger auf dem Markt – und zwar plattformübergreifend. In den App-Stores der großen mobilen Betriebssysteme Android und iOS (und auch dem Feature-Phone-Betriebssystem KaiOS)  liegt die Anwendung auf den vordersten Rängen. Entsprechend hoch beziffert sich auch die Anzahl an Nachrichten, die über die Server des Dienstes gehen. Nach Angaben des Unternehmens – Stand Ende 2017 – werden 60 Milliarden Nachrichten pro Tag von 1,5 Milliarden Nutzern verschickt – in Deutschland nutzen den Dienst nach letzten Schätzungen über 58 Millionen Menschen täglich.

Whatsapp. (Bild: Whatsapp)

Whatsapp: Weit verbreitet, aber nur mäßig beliebt – gewissermaßen ein notwendiges Übel. (Bild: Whatsapp)

Vor allem die einfache Handhabung und das simple Anmeldeverfahren scheinen den Erfolg des Dienstes maßgeblich begünstigt zu haben. Um Whatsapp zu nutzen, muss der Messenger lediglich aus dem App-Store geladen werden – die Anmeldung erfolgt über die eigene Telefonnummer. Der Service gleicht nach Bestätigung durch den Nutzer  automatisch die gespeicherten Rufnummern mit der eigenen Datenbank ab. Danach ist es möglich, sich mit seinen Kontakten per Whatsapp auszutauschen und Dokumente jeglicher Art, sowie Sprachnachrichten zu versenden und Videochats zu führen.  Ohne den Abgleich der eigenen Kontakte mit der Whatsapp-Datenbank funktioniert der Dienst nur massiv eingeschränkt. Als DSGVO-konform gilt Whatsapp wegen der Kontakte-Synchronisation nicht.

Trotz seiner weiten Verbreitung ist das Messaging-Tool umstritten: In Tests der Stiftung Warentest schneidet es grundsätzlich wenig gut ab. Sowohl 2014 als auch im Test 2015 (hinter Paywall) lag Whatsapp im unteren Mittelfeld. Seitdem hat Whatsapp zwar eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt und sich damit zu einem der sichersten Messenger am Markt gemausert. Nichtsdestotrotz sammelt das Unternehmen eure Telefonnummern und Metadaten.

Jan Koum und Brian Acton (rechts) gründeten 2009 den Messaging-Dienst Whatsapp. Beide haben Whatsapp-Besitzer Facebook den Rücken gekehrt. (Foto: Sequoia Capital)

2018 kündigte Whatsapp an, ab 2019 Werbung in den Messenger zu bringen – eine Entscheidung, die die Gründer der App – Jan Koum und Brian Acton – nicht unterstützten, weshalb Koum Facebook im Mai im Streit verlassen hatte. Für die Whatsapp-Gründer war von Anfang an die Werbefreiheit des Messengers ein hohes Gut. Schon 2012 – also lange vor der Übernahme durch Facebook – hatten sich Koum und Acton gegen ein werbefinanziertes Geschäftsmodell für ihren Dienst ausgesprochen. „Niemand geht Abends ins Bett und freut sich über die Anzeigen, die er am nächsten Tag sieht“, schrieben die Gründer. Als nächster Schritt steht die Verknüpfung der verschiedenen Facebook-Messaging-Dienste an, was aufgrund des Verschlüsselungsanspruchs womöglich Jahre dauern könnteDie Pläne zur Werbeintegration wurden indes bis auf Weiteres ausgesetzt.

Wer sich für sein Umfeld nach einer Alternative umsehen will, wird in unserer Übersicht womöglich fündig. Die von uns aufgeführten Messenger bieten einen ähnlichen Funktionsumfang, werden für eine breite Basis an Plattformen angeboten und gelten als sicher.

Threema: Sicherer Messenger aus der Schweiz

Threema Messenger. (Bild: Threema (bearbeitet))

Threema gilt als eine sichere Whatsapp-Alternative. (Bild: Threema (bearbeitet))

Die Themen Sicherheit und Datenschutz werden bei vielen Messaging-Apps leider immer noch kleingeschrieben, auch wenn einige diesbezüglich schon nachgelegt haben. Threema war einer der ersten Messenger, bei denen die Sicherheit höchste Priorität hatte. Das Schweizer Unternehmen hinter dem Produkt versichert, dass die komplette Kommunikation, auch Telefonate, zwischen den Teilnehmern von Anfang bis Ende verschlüsselt übertragen wird. Damit soll es weder für den Betreiber noch für unbefugte Dritte die Möglichkeit geben, mitzulesen. Die Anwendung, mit der Textnachrichten, Fotos, Videos und der eigene Standort verschickt werden können, gibt es sowohl für iOS als auch für Android und mit Threema Web auch für den Desktop.

Whatsapp-Alternative Threema auch fürs Web. (Bild: Threema)

Whatsapp-Alternative Threema auch fürs Web. (Bild: Threema)

Threema betont, dass der Dienst im Unterschied möglichst sparsam mit Metadaten umgehe, ferner sei eure Telefonnummer für die Anmeldung nicht erforderlich, sondern optional hinterlegbar. Bei der Einrichtung der App werde stattdessen eine zufällige Threema-ID generiert. Auf diese Weise könnte Threema auch komplett anonym, ohne jegliche personenbezogene Daten verwendet werden. Zudem sei Threema DSGVO-konform.

Threema ist im Unterschied zu Whatsapp nicht kostenlos, mit einem Betrag von vier Euro noch erschwinglich. Für die firmeninterne Nutzung bietet das Unternehmen einen separaten Threema-Work-Messenger an.

‎Threema
Preis: 3,99 €
Threema
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Preis: 3,99 €

Signal: Edward Snowdens erste Wahl

Signal verspricht sichere Kommunikation. (Foto: Open Whisper Systems)

Signal verspricht sichere Kommunikation. (Foto: Open Whisper Systems)

Die App Signal von Open Whisper Systems steht für Android und iOS zur Nutzung bereit und ist der Messenger der Wahl von Whistleblower Edward Snowden. Der Messenger besitzt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die quelloffen entwickelt wird. Mit dem Messenger könnt ihr Textnachrichten und abhörsichere Telefonate führen. Auch für den Desktop und iPads wird ein Client angeboten. Wie bei Whatsapp könnt ihr Sticker, animierte Gifs und Doodle versenden – und Bilder mit Textnachrichten versehen. Seit Februar 2020 bietet Signal in der Beta-Version Reaktionen à la Facebook an. Die Verschlüsselung von Whatsapp basiert übrigens auch auf der Technologie von Open Whisper Systems, der Firma hinter Signal.

Signal Messenger (Beta) unterstützt seit 2020 Reaktionen. (Screenshot: Signal; t3n)

Signal Messenger (Beta) unterstützt seit 2020 Reaktionen. (Screenshot: Signal; t3n)

Der Funktionsumfang ist zwar nicht so groß wie bei anderen Messengern, dafür kann man sicher sein, dass kein Dritter mitlesen kann. Zudem bietet Signal eine Nachrichten-Option mit Ablaufdatum an. Was jedoch fehlt, ist eine Backup-Lösung. Die Anmeldung erfolgt wie bei Whatsapp per Telefonnummer, euren Klarnamen müsst ihr nicht zwingend angeben.

‎Signal – Sicherer Messenger
Preis: Kostenlos
Signal – Sicherer Messenger
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Wire: Hübscher Multi-Messenger mit Servern in Europa

Wire Messenger. (Bild: Wire)

Wire Messenger. (Bild: Wire)

Ein verhältnismäßig neuer Player auf dem Messenger-Markt ist das Berliner Unternehmen Wire Swiss, das mit seinem Wire-Messenger unter anderem gegen den Platzhirsch Whatsapp antreten will. Der Messenger basiert auf dem WebRTC-Protokoll und ist optisch modern gestaltet. Neben Schriftnachrichten und GIFs unterstützt die Anwendung auch das Versenden von Sprachnachrichten in HD-Qualität, die allesamt Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Gruppenchats mit bis zu 128 Teilnehmern sind außerdem möglich. Jeder Nutzer kann bis zu acht Geräte anmelden, wobei Nachrichten für jedes Gerät einzeln verschlüsselt werden, so Wire. Wire Swiss, das seinen Hauptsitz in der Schweiz hat, seit einigen Monaten die Holding in die USA verlegt hat, betont, dass alle Server in der EU verortet sind.

Der Messenger kann mit iOS-, Android-, Windows- und macOS-Geräten genutzt werden – oder mit einem aktuellen Browser (Chrome, Firefox, Opera). Finanziell unterstützt wird das Unternehmen übrigens von Skype-Mitbegründer Janus Friis. Erfreulich: Im Juli 2016 hat das Unternehmen den kompletten Quellcode der App auf GitHub veröffentlicht, seit April 2017 steht auch der Server-Quellcode auf GitHub zur Einsicht und Nutzung bereit.

Zur Anmeldung ist eure Telefonnumer vonnöten. Kontakte kann der Messenger aus eurem Adressbuch übernehmen – die Telefonnummern werden verschlüsselt. Die Synchronisierung ist jedoch freiwillig – auch ohne Zugriff auf euer Adressbuch kann der Messenger genutzt werden. Für Unternehmen bietet das Unternehmen separate Messengerlösungenan, die eigenen Angaben zufolge auch DSGVO-konform seien.

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Wire - Sicherer Messenger
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