Das Teamviewer-Hauptquartier im schwäbischen Göppingen. (Foto: dpa)

Finanzinvestor Permira hat wenige Monate nach dem Teamviewer-Börsengang weitere Anteile an dem Softwarekonzern verkauft. Ausgerechnet das Coronavirus sorgt für Aufwind bei der Aktie.

Wenige Monate nach dem erfolgreichen Börsengang des Softwarekonzerns hat Finanzinvestor Permira weitere Teamviewer-Anteile verkauft. Permira hatte über seine Tochter Tigerluxone zuletzt noch 62,5 Prozent an dem auf Fernwartungssoftware spezialisierten deutschen Unternehmen gehalten. Jetzt hat der Finanzinvestor 22 Millionen Aktien zum Preis von je 32 Euro platziert – und damit seinen Anteil an Teamviewer auf nurmehr 51,5 Prozent reduziert, wie das Unternehmen mitteilte.

Permira verdient weitere 700 Millionen

Durch den Verkauf der Anteile an Teamviewer nimmt Permira damit rund 700 Millionen Euro ein. Am Dienstag war der Kurs der Teamviewer-Aktie auf bis zu 37 Euro gestiegen. So teuer war das Papier bisher noch nie seit dem Börsengang. Beim größten Tech-IPO seit dem Platzen der Dot-Com-Blase hatte der Emissionspreis noch 26,25 Euro betragen. Der Börsengang im September hatte Permira 2,2 Milliarden Euro eingebracht. Der Finanzinvestor hatte Teamviewer 2014 für 870 Millionen Euro aufgekauft.

Für 2019 hatte Teamviewer nach millionenschweren Verlusten im Jahr zuvor einen Gewinn von 110,9 Millionen Euro gemeldet. Der Umsatz war um 51 Prozent auf 390,2 Millionen Euro geklettert. Branchenbeobachtern zufolge hatte Teamviewer dabei von einem guten Verkauf seiner Produkte profitiert. Für das laufende Jahr erwartet Teamviewer einen Umsatz von 420 bis 430 Millionen Euro. Das operative Ergebnis soll sich auf 240 bis 250 Millionen Euro belaufen.

Teamviewer-Aktie profitiert von Coronavirus

Zuletzt hatte ausgerechnet die Sorge um die mögliche Verbreitung des Coronavirus der Teamviewer-Aktie Auftrieb verliehen. Während in den vergangenen Wochen die Börsen rund um den Globus einbrachen, kletterten die Papiere von Teamviewer in Richtung Rekordniveau. Grund für die Hoffnungen der Anleger ist, dass Teamviewer mit seinen Tools für Fernwartungen und Videokonferenzen Lösungen anbietet, die angesichts zunehmenden Quarantäne- und Homeoffice-Anweisungen deutlich an Bedeutung und Nachfrage gewinnen könnten. Die Teamviewer-Aktie gehört damit wie jene von Slack und Netflix zu einer Reihe sogenannter Stay-at-Home-Papiere, auf die angesichts der Coronavirus-Panik verunsicherte Börsianer jetzt zu setzen scheinen. Mit Material der dpa.

Mehr zum Thema:

Leave a Reply