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Auch die Influencer-Branche hat mit einem Rückgang an Werbebuchungen zu kämpfen. Gleichzeitig steigen Reichweite und Impressionen in der Krise aber sogar leicht an.

Flächendeckend geschlossene Geschäfte und vorübergehende Werksschließungen: Die Coronapandemie hat weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt. Entsprechend zurückhaltend gehen Marken derzeit mit ihrem Werbebudget und bereits geplanten Kampagnen um. Die ersten Auswirkungen davon haben jetzt auch die Influencerbranche erreicht. Während in der Woche vom 9. bis zum 15. März 2020 noch 3.886 Werbebeiträge geteilt wurde, waren es in der darauffolgenden Woche nur noch 2.727 werbende Influencer-Beiträge. Die Werbeumsätze fielen demnach um 39 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der auf Influencer-Marketing spezialisierten Agentur Intermate hervor, die dafür Daten von 20.000 Influencern ausgewertet hat.

Auch die Gesamtzahl der Beiträge ging laut Intermate in dem untersuchten Zeitraum zurück. Sie sank von 29.650 Beiträgen auf den sozialen Netzen auf nur noch 22.150 in der Folgewoche, was einem Rückgang von 25 Prozent entspricht. Bei den Konsumentinnen und Konsumenten sieht das Bild indes anders aus: Während persönliche Kontakte von vielen Menschen zunehmend gemieden werden, werden die sozialen Netze weiterhin stark frequentiert. Laut Intermate stiegen Reichweite und Impressionen der von den Influencern verbreiteten Werbebeiträge sogar um drei Prozent innerhalb des Untersuchungszeitraums.

Corona trifft die Werbebranche

Klar ist, dass nicht nur die Influencerbranche von Corona betroffen ist. Geschlossene Bars, Restaurants oder Einzelhandelsbetriebe haben derzeit logischerweise keinen Bedarf an Online-Werbung. Gleiches gilt für Event-Veranstalter. Gleichzeitig sind Fabriken teilweise geschlossen und Unternehmen wie Lufthansa haben ihr Werbebudget bereits deutlich zusammengestrichen. Laut Facebook-Chef Mark Zuckerberg gingen das Werbebuchungen in mehreren Ländern zurück, in denen die jeweiligen Regierungen Einschränkungen im öffentlichen Leben beschlossen haben.

Ähnliches berichten die Mitglieder des Gesamtverbands der Kommunikationsagenturen (GWA). Mehr als 80 Prozent von ihnen beklagen kundenseitig verschobene oder abgesagte Projekte. Mehr als die Hälfte der GWA-Mitglieder erwartet negative Umsatzeffekte aufgrund der Coronakrise. Derweil verbringen die Menschen zwar mehr Zeit im Internet als noch vor der Krise. Hier informieren sie sich allerdings nicht selten über das Coronavirus, was wiederum vielen Werbetreibenden als wenig attraktives Kampagnenumfeld erscheint.

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