Die Gründer von Urban Sports Club zeigen sich trotz starkem Mitgliederverlust zuversichtlich. (Foto: Stefan Haehnel)

Es gibt reihenweise Startups, die vor der Coronakrise auf Events und Erlebnisse als Konzept gesetzt haben. Zwei davon sind Artnight und Urban Sports Club. Jetzt mussten sie umdenken.

Aerobic im Fitnessstudio, Yogakurse und Pilates, der Besuch in der Boulderhalle – mit einer Mitgliedschaft bei Urban Sports Club war all das möglich. Das Startup bietet eine Flatrate fürs Schwitzen. Zumindest vor Corona. Seitdem das Coronavirus Sars-CoV-2-Virus grassiert, sind die Sportstudios geschlossen, Ausgangsbeschränkungen halten die Menschen in Deutschland und der Welt in ihren eigenen vier Wänden.

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Für das Startup, das hinter der Fitness-Flatrate steht, bedeutete das vor allem eines: so schnell wie möglich umdenken. Denn wenn niemand mehr in Studios oder Sporthallen trainieren darf, steht das Geschäftsmodell von Urban Sports Club im Grunde vor dem Nichts. Dass das Unternehmen mittlerweile in einige Länder expandiert hat, machte die Situation da leider auch nicht besser. Schließlich ist die Lage um die Corona-Pandemie in den anderen europäischen Ländern ähnlich miserabel und zum Teil noch schlimmer.

Die einzige Chance: Ein digitales Angebot

Die Gründer von Urban Sports Club, Moritz Kreppel und Benjamin Roth, haben t3n im Interview erzählt, wie sie die Herausforderung gemeistert haben, eine Alternative für ihr bestehendes Konzept zu finden. Ziemlich schnell war klar, dass die einzige Möglichkeit, die aktuellen Herausforderungen irgendwie zu meistern, in einem digitalen Angebot bestand. Innerhalb von drei Tagen hat das Team von Urban Sports Club ein digitales Produkt gelauncht. „Wir hätten auch resignieren und unsere Mitglieder allesamt in eine Pause schicken können. Damit wäre weder Studios noch Mitgliedern noch unserem Team bei Urban Sports Club geholfen gewesen“, erzählt Benjamin Roth.

Die Mitglieder von Urban Sports Club haben jetzt die Möglichkeit, Onlinekurse im Livestream zu besuchen. Über 900 Partner, die vorher Workshops in Studios angeboten haben, streamen ihre Fitnessklassen nun live. Dass es keine simplen Aufzeichnungen von Sportkursen sind, hat dabei vor allem den Zweck, die Community weiter aufrecht zu erhalten. „Damit können Mitglieder ihre Trainingsroutine aus der Offline-Welt online zumindest teilweise fortsetzen“, erklärt Roth.

Den Gründern von Urban Sports Club geht es mit ihrem digitalen Angebot allerdings nicht nur darum, eine Alternative zum Training im Studio zu liefern. Vielmehr sei es gerade jetzt, wo alle zu Hause festsitzen, besonders wichtig, einen sportlichen Ausgleich für Körper und Geist zu schaffen. „Firmen mussten von einem Tag auf den anderen auf Homeoffice umstellen. Einige haben auf Kurzarbeit umgestellt, andere arbeiten mehr als vorher. Da freut sich jeder abends auf seinen Yoga- oder HIIT-Kurs“, sagt Moritz Kreppel. Ein weiterer Vorteil des digitalen Angebots sei es außerdem, dass die Mitglieder nun auch auf das Angebot anderer Städte zugreifen könnten: morgens München, abends Paris.

Das Konzept hat auch Vorteile

Bei Onlinekursen gebe es ein spannendes Phänomen, berichtet Kreppel: „Wir haben von Mitgliedern gehört, dass sie sich zu Hause allein plötzlich trauen, ganz neue Kurse zu besuchen, weil sie wissen, dass sie unbeobachtet sind. Da bietet eine Livestream-Option ganz neue Freiheiten.“ Das Gemeinschaftsgefühl, die Interaktionen und die Betreuung vor Ort kann ein digitales Angebot allerdings trotzdem nicht ersetzen, das wissen auch die beiden Gründer. „Ich spiele Fußball, gehe klettern und mache Functional Training. Mit Freunden, meiner Familie oder meinem Team zu trainieren, ist immer noch etwas anderes als ein Workout im Wohnzimmer“, erzählt Roth.

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