Sie sind für viele von uns noch immer das offene Fenster ins Netz – Internetbrowser. Wir zeigen euch acht und was sie gut – und nicht so gut – machen. (Bild: asiandelight / Shutterstock)

Hinweis: Wir haben in diesem Artikel Provisions-Links verwendet und sie durch „*“ gekennzeichnet. Erfolgt über diese Links eine Bestellung, erhält t3n.de eine Provision.

Von Chrome über Firefox und Edge bis hin zu Tor, Vivaldi und Brave. Diese acht Web-Browser sind eure Fenster ins Internet – wir zeigen euch, was sie können, und was nicht.

Rein ins Netz müssen und wollen wir fast alle jeden Tag. Mittlerweile gilt zwar wie schon lange die Devise „There’s an app for that“, aber trotzdem ist eines der wichtigsten und am meisten genutzten Fenster ins Netz weiterhin der gute, alte Internetbrowser. Vorbei sind allerdings die Zeiten, in denen Microsofts Internet Explorer in all seiner Glorie so ziemlich die einzige Wahl war. Das Feld wird seit Jahren immer breiter und diverser – das ist gut, so habt ihr nämlich die Wahl, was für euch am besten passt. Damit wollen wir aber nicht sagen, dass es nicht klare Vor- und Nachteile bei den Kandidaten gibt. Mit manchen surft es sich schlicht besser als mit anderen – und vor allem auch schneller, wie sich zum Beispiel mithilfe des Benchmarks Speedometer 2.0 herausfinden lässt.

Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden

Wir stellen euch acht Webbrowser vor und zeigen euch, was sie besonders gut, besonders schlecht und besonders besonders machen. Die vier Großen sind natürlich dabei: Googles allgegenwärtiger, schneller RAM-Fresser Chrome, Mozillas altbewährter und rundum guter Firefox, Apples hauseigener und restriktiver Safari und Microsofts langsam zur Konkurrenz aufholender IE-Nachfolger Edge. Aber auch vier weniger verbreitete WWW-Fenster sind mit im Rennen: Der etwas in die Jahre gekommene Opera und sein wieselflinker, geistiger Nachfolger Vivaldi, der auf absolute Anonymität ausgelegte Tor-Browser, sowie Brave – einer der neuesten, schnellsten und vielversprechendsten Newcomer auf dem Feld.

Pro:
Die Desktop-Version von Google Chrome ist schnell – schneller als Edge, Firefox und Opera. Nur Brave und Vivaldi ziehen vorbei. Das Interface ist schlank und unaufgeregt und lässt sich mit Extensions fast unbegrenzt erweitern. Die gewaltige Sammlung an Erweiterungen lässt kaum Wünsche offen – einige davon sind jedoch sinnvoller als andere. Schon in der Vanilla-Version ohne Erweiterungen geht mit Chrome eine Menge, wenn man weiß, wie.

Eine der größten Stärken von Chrome ist die nahtlose Verflechtung mit eurem Google-Account – den die meisten von euch eh haben dürften – und die Integration von Google-Diensten wie Docs, Calendar, Translate und mehr. Mithilfe eures Accounts lässt sich der Browser auch super geräteübergreifend nutzen: Fast alles, selbst offene Tabs, lässt sich zwischen mehreren Installationen synchronisieren.

App-Fenster in Google Chrome.

Eine große Stärke von Chrome ist die Integration der weit verbreiteten Google-Dienste wie Docs, Gmail, Youtube und Drive. Da hat man alles an einem Ort. (Bild: t3n)

In Sachen Sicherheit ist Chrome kaum zu schlagen. Starke Security-Funktionen und ein eingebauter Passwort-Manager sind standardmäßig mit an Bord. Wollt ihr auf eine unsichere Seite zugreifen, spuckt euch Chrome eine große Meldung auf den Bildschirm, die kaum zu übersehen ist. Updates kommen alle paar Tage, sodass sich auftuende Lücken nicht lange klaffen und ihr minimal angreifbar seid.

Habt ihr den Browser auf eurem iPhone oder Android-Gerät laufen, müsst ihr auf keine Features oder Komfortfunktionen verzichten. Stattdessen bekommt ihr sogar noch eine Offline-Reader-Funktion dazu. Dafür ist die Mobil-Version ein wenig langsamer als beispielsweise die von Firefox und Safari.

Google Chrome auf Android.

Chrome ist auch mobil eine gute Wahl. Nur wenige Funktionen fehlen, Sync-Features vernetzen ihn nahtlos mit der Desktop-Variante. Nur mit Datenkrake Google muss man sich anfreunden. (Bild: t3n)

Kontra:
Wenn etwas gegen Chrome spricht, dann die mehr als fragwürdigen Umstände in Sachen Privatsphäre und die Hardware-Belastung.

Google ist Big-Data-Datensammler in Reinform und greift sich so ziemlich alles, was man aus euch und eurem Surf-Verhalten herausbekommen kann. Was genau mit diesen Daten passiert, ist nicht wirklich eindeutig – Google hält sich da sehr intransparent. Zwar könnt ihr einige der Datenlecks abschalten, beispielsweise die Standortverfolgung. Das geht dann aber stets auf Kosten der Usability.

Wie heftig Googles Browser euren Arbeitsspeicher belastet, ist quasi legendär und ein regelmäßig wiederkehrender Witz. Und das nicht von ungefähr. Besonders bei vielen offenen Tabs kommen selbst Geräte mit mehr als 4 GB RAM nach und nach ins Schwitzen – auf noch schwächeren Rechnern wird es schnell frustig. Das machen die meisten Konkurrenten besser, mag aber nicht stören, wenn man eh stark genug ausgestattete Hardware am Start hat.

Google Chrome kommt als eigene App auf eure Windows-, Mac-, Linux-, Android- und iOS-Geräte.

t3n meint:
Chrome ist die beste Wahl für User mit starker Hardware, denen Privatsphäre weniger, Sicherheit und Speed dafür umso wichtiger ist. Besonders gut macht sich Googles Browser, wenn ihr im Alltag viel mit Google-Diensten arbeitet.
Julius Beineke

Pro:
Das Interface von Mozillas Feuerfuchs ist schlank und umfangreich individualisierbar – fast alle Elemente könnt ihr an andere Stellen schieben, manche neue hinzufügen und andere entfernen, die ihr nicht braucht. Sowohl Interface als auch den sonstigen Funktionsumfang könnt ihr umfangreich durch Add-ons erweitern. Die Sammlung der Extensions steht in ihrer Größe nur der von Googles Chrome nach.

Standardmäßig an Bord sind schon ein PDF-Reader, ein Screen-Capture-Tool, mit dem ihr ganze Websites am Stück abknipst, sowie ein Reader-Modus. Der lässt euch nicht nur Artikel entspannter lesen, sondern gibt euch auch eine geschätzte Lesedauer an die Hand. Mit Pocket hat Firefox außerdem eine Leseliste an Bord, die ihr mit Seiten und Artikeln für späteres Lesen befüllen könnt.

Firefox mit geöffneter t3n-Website und Tracking-Block-Menü.

Firefox ist besonders dann eine gute Wahl, wenn man Bock auf gute Balance zwischen Sicherheit und Privatsphäre auf der einen, Komfort und Funktionsumfang auf der anderen Seite hat. (Bild: t3n)

Wenn ihr euch einen Firefox-Account anlegt, könnt ihr die Synchronisation zwischen mehreren Installationen in Gang bringen. Neben Einstellungen, Verläufen und Lesezeichen synct ihr dann sogar offene Tabs mit euren anderen, auch mobilen Geräten.

Als einer der wenigen Browser in unserer Auswahl basiert Firefox nicht auf dem Chromium-Quelltext – wie beispielsweise Google Chrome. Firefox hing lange Zeit in Sachen Speed hinter Chrome her. Mittlerweile kann er sich aber behaupten und ist einer der schnellsten Browser im Rennen, schneller als Opera und bisher auch schneller als Edge. Die Mobil-Variante ist sogar noch ein klein wenig schneller als die Chrome-Konkurrenz, unter anderem, weil ihr Bilder standardmäßig vom Laden abhalten könnt. Das schon außerdem euer Datenvolumen.

Firefox’ größte Stärke sind jedoch Privatsphäre und Sicherheit. Fast alles lässt sich blocken – auch selektiv. So haltet ihr etwa Tracker und Cryptominer draußen, lasst Cookies aber durch. Der Browser sammelt nur anonymisierte Daten für Entwicklungszwecke, und selbst das lässt sich deaktivieren. Als Non-Profit-Organisation hat Mozilla keinen Anlass, Daten zu Werbezwecken zu sammeln und veröffentlicht jährlich seine Finanzen. Mit Lockwise ist darüber hinaus ein eigener Passwort-Manager eingebaut, das Monitor-Tool benachrichtigt euch außerdem, wenn Verdacht besteht, dass eure Login-Daten geleaked wurden.

Firefox auf Android.

Firefox ist einer der besten und definitiv einer der schnellsten Kandidaten für mobiles Surfen. Er ist schneller als Chrome und lässt auch sonst nur wenige Wünsche offen. (Bild: t3n)

Kontra:
Gegen Firefox spricht nur wenig. Ihr könnt die Synchronisation nicht als Backup nutzen, da nichts in der Cloud gespeichert wird. Synct man nicht zwischen mindestens zwei Geräten, wir auch nichts gesichert – das kommt natürlich wiederum der Privatsphäre zugute. Firefox für iOS und Android ist im Vergleich zur Desktop-Variante und anderen mobilen Browsern etwas abgespeckt, einige Features fehlen.

Ein potenzielles Manko mag die relativ hohe RAM-Last auch bei wenigen geöffneten Tabs sein. Dafür wird Firefox aber umso effizienter, je mehr Tabs ihr offen habt – der Arbeitsspeicher wird dann nämlich wesentlich weniger belastet als bei Konsorten wie Chrome & Co..

Firefox gibt’s für Windows, Mac, Linux, Android und iOS.

t3n meint:
Ein Super-Allrounder für Alltags-User, die Wert auf Privatsphäre und weniger Wert auf den allerhöchsten Surf-Speed legen. Wenn ihr Datenkrake Google nicht weiter füttern wollt und auf ein My an Funktionsumfang verzichten könnt, ist Firefox eure Wahl.
Julius Beineke

Leave a Reply