Ungefähr alle vier Jahre kommt es zum sogenannten Bitcoin-Halving, einem fest in den Programmcode der Kryptowährung eingebauten Ereignis. Damit soll einer möglichen Inflation vorgebeugt werden.

Am Montagabend oder Dienstagmorgen ist es wieder soweit: Die Vergütung für das Bitcoin-Mining wird um die Hälfte reduziert. In den vergangenen vier Jahren seit dem bisher letzten Bitcoin-Halving haben Miner für das Validieren von Transaktionen 12,5 Bitcoins pro Block erhalten. Das entspricht aktuell rund 100.000 Euro. Ab Dienstag gibt es dann nur noch 6,25 Bitcoins für die für das Mining notwendigen Rechenaufgaben.

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Bitcoin-Halving soll Inflation verhindern

Das Halving ist ein fest in den Programmcode der Kryptowährung eingebautes Ereignis, das immer nach 210.000 abgeschlossenen Blöcken durchgeführt wird. Damit soll zum einen das von Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto festgelegte Ziel erreicht werden, die Anzahl der Bitcoins auf 21 Millionen zu beschränken. Zudem soll dadurch eine mögliche Inflation verhindert werden.

Letztlich wird also durch die Halbierung das Mining erschwert und der Weg bis zur Ausgabe des letzten Bitcoin verlängert. Obwohl in den ersten zehn Jahren schon über 85 Prozent der möglichen Bitcoins auf den Markt gebracht wurden, soll es den Berechnungen nach noch bis 2140 dauern, bis der letzte Bitcoin geschürft wird, wie The Next Web schreibt.

Preis stabil halten

Nakamoto, dessen Identität noch immer nicht geklärt ist, hat die hinter dem Halving stehende Idee einmal so erklärt: Wenn neue Münzen produziert werden, heiße das, dass die Geldmenge steigt. Das müsse aber nicht unbedingt in einer Inflation resultieren. Dazu müsse das Geldangebot mit derselben Geschwindigkeit ansteigen wie die Zahl der Personen, die die Währung nutzen. Dann könne der Preis stabil gehalten werden.

Steige die Nachfrage schneller als das Geldangebot, würden bisherige Inhaber der Währung einen Wertzuwachs verzeichnen. Für Nakamoto sei eine konstante Rate bei der Verteilung der Münzen die beste Formel. Wären etwa alle 21 Millionen Bitcoins mit einem Mal auf den Markt geworfen worden, hätte das Angebot die Nachfrage bei Weitem überschritten und es wäre kaum mit einem Wertanstieg zu rechnen gewesen.

Halving: Steigt der Bitcoin-Kurs?

Nakamotos Plan scheint bisher aufzugehen. Branchenbeobachtern zufolge soll nach der Halbierung der Vergütung die Bitcoin-Inflation unter den Inflationswert von Gold sinken. Entsprechend sieht Bloomberg-Stratege Mike McGlone in Bitcoin mittlerweile eine gute Alternative zu Gold. Nach dem Halving wird ein heftiger Kursanstieg erwartet – Kritiker sehen die möglichen Zuwächse aber schnell wieder verpuffen. Zahlreiche Bitcoin-Eigner dürften ihre Bitcoins verkaufen, um Gewinne mitzunehmen.

Wie volatil der Markt weiterhin ist, zeigt sich zudem an dem heftigen Kurseinbruch vom Wochenende. Nachdem der Bitcoin-Kurs am Freitag nach Wochen des Schwächelns wieder die 10.000-Dollar-Marke geknackt hatte, ging es am Samstag und Sonntag kräftig bergab. Aktuell notiert der Bitcoin bei rund 8.600 Dollar.

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