Joko Winterscheidt verkauft jetzt E-Bikes. Im t3n-Interview spricht er über Startups in der Krise, die E-Bike-Konkurrenz Vanmoof und die sogenannte Abfuckprämie der Bundesregierung.

Wenn man in diesen Tagen Joko Winterscheidt anruft, erreicht man den vielleicht bekanntesten deutschen Entertainer im Homeoffice. Von dort aus arbeitet Joko Winterscheidt gerade nicht nur an seinen Shows wie dem „Duell um die Welt“ oder „Joko und Klaas gegen Pro Sieben“. Im Homeoffice beschäftigt sich Winterscheidt auch mit der Handvoll Startups, in die er investiert hat.

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Eines dieser Startups ist der Münchener E-Bike Hersteller Sushi. Im t3n-Interview erzählen Winterscheidt und sein Geschäftspartner Andreas Weinzierl, wie sich das Startup in der Coronakrise schlägt, was ihre jeweilige Superpower ist und was sie sich von den Wirtschaftshilfen der Bundesregierung erhoffen.

t3n: Joko, in Berliner Parks sieht man öfter mal ganz abenteuerliche Elektro-Fahrgeräte. Ist das in deiner Nachbarschaft auch so?

Joko Winterscheidt: Ich habe hier die Tage einen Typen gesehen, der auf einer Art Skateboard mit einem Autoreifen in der Mitte, wo die Füße links und rechts danebenstehen, durch Schwabing geballert ist. Und ich dachte mir schon: „Halleluja. Wenn du dich damit verkantest oder dich vors Auto wirfst, bist du aber richtig erledigt.“

t3n: Wie ist es für euch, gerade jetzt in der Coronakrise ein E-Bike Startup zu haben?

Andreas Weinzierl: Ich hatte wahnsinnig Respekt vor dem Konsumentenverhalten, dass weniger Kaufbereitschaft entsteht, weil viele Menschen in Kurzarbeit sind. Dennoch nehmen wir wahr, dass die Nachfrage gerade steigt, die Leute haben keine Lust auf ÖPNV im Sommer. Mal sehen, wie lange das so weitergeht. Wenn eine zweite Infektionswelle kommt, kann sich das verändern.

„In jeder Krise steckt auch eine Chance.“

Winterscheidt: In jeder Krise steckt auch eine Chance. Zu versuchen, seine Rolle zu finden, ist das einzig Gute, was ich gerade da rausziehen kann.

t3n: Sind E-Bikes jetzt eine Hauptaufgabe für dich, Joko? Oder eher ein Nebenprojekt?

Winterscheidt: Das Wort Nebenprojekt möchte ich sofort gestrichen wissen. Wenn ich mich zu etwas committe und sage: „Da bin ich dabei“, dann mit Haut und Haaren.

Weinzierl: Man kann nachvollziehen, dass sich manche bei Joko als Geschäftspartner denken: „Ja, Wahnsinn, der hat ja doch ein paar mehr Projekte. Hat er da überhaupt Zeit für meins?“ Aber allein die letzten Wochen haben gezeigt, dass er auch fast ein Jahr nach Launch Rede und Antwort steht bei einer Whatsapp-Nachricht, bei einem Anruf oder bei persönlichen Treffen. Man kann auf jeden Fall mit Leuten aus dem Showbusiness gründen – zumindest mit manchen.

Als Investor ist der Moderator Joko Winterscheidt an der E-Bike-Marke Sushi beteiligt. Hier ist ein California Roll C1 zu sehen. (Foto: Sushi)

t3n: Wie viele E-Bikes habt ihr schon ausgeliefert?

Weinzierl: Wir haben ein paar Hundert ausgeliefert. Charge eins ist abgeschlossen und bei den Kunden. Charge zwei ist gerade Incoming, wird dann im Mai und Juni ausgeliefert. Und die dritte, die aktuelle Besteller betrifft, kommt im Juli oder August.

t3n: Es gab Diskussionen darüber, dass ihr zwar günstige E-Bikes verkauft, aber ohne Lampen. Ist euer E-Bike jetzt tatsächlich verkehrssicher?

Winterscheidt: Unsere Bikes sind zu 100 Prozent verkehrssicher. Wir haben noch ein, zwei Dinge nachjustiert, bevor die erste Charge ausgeliefert wurde. Aber jetzt haben alle Reflektoren, eine StVO-konforme Beleuchtung, Kettenschutz – somit sind die Bikes absolut regelkonform und auch europäisch konform, weil Deutschland die strengsten Regeln hat.

t3n: Vergangene Woche hat Vanmoof ein neues E-Bike vorgestellt. Die kosten jetzt um die 2.000 Euro.

Winterscheidt: Die Frage ist wahrscheinlich: „Warum sollte ich mir ein Sushi holen?“ Ich bin ja bekannt als der Preis-Leistungs-Joko. Aus dem einfachen Grund, weil ich keine Lust hab, Geld zum Fenster rauszuschmeißen. Wenn ich zwei Fahrräder zum Preis von einem bekomme, dann geht meine Rechnung ganz schnell auf.

Joko Winterscheidt verschafft der Marke vor allem Aufmerksamkeit. (Foto: Sushi)

t3n: Ich soll also eines von euren E-Bikes kaufen, weil sie billiger sind?

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