Die flinken E-Scooter sind auf Deutschlands Straßen seit einem Jahr zugelassen. Nun gibt es jedoch neue Forderungen und Empfehlungen, mit dem Ziel die Sicherheit im Straßenverkehr rund um die „einspurigen Elektrokleinstfahrzeuge“ zu verbessern.

E-Scooter: DVR und Dekra machen 11 Sicherheitsvorschläge

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat in Kooperation mit Dekra einen gemeinsamen Katalog veröffentlicht, durch den man sich erhofft, die Zahl der Unfälle auf deutschen Straßen zu reduzieren. Laut den beiden Organisationen gab es alleine in Berlin zwischen Juni 2019 und März 2020 über 350 Unfälle, bei denen eine Person getötet und 38 schwer verletzt wurden. Die Vorschläge richten sich an Politik, Verwaltung und Anbieter der E-Scooter.

Zu den 11 Vorschlägen gehören nicht nur Verbesserungen an den Scootern an sich, sondern auch Tipps, wie man den alltäglichen Umgang – beispielsweise bei Leih-Scootern – verbessern will. Aber auch bei den Bußgeldern wünscht man sich Anpassungen. Hinzu kommen Einschränkungen der Geschwindigkeit unter bestimmten Voraussetzungen.

E-Scooter: Bessere Sichtbarkeit durch Blinker und mehr

So gehört zu den Wünschen der beiden Organisationen etwa standardmäßig vorhandene Blinker, da die Ankündigung mit einem Handzeichen aufgrund der Fahrphysik der Scooter gefährlich sein kann. Blinker sind schon heute erlaubt, aber nicht verpflichtend. Um auf die schnellen Gefährte besser aufmerksam zu machen, wünscht man sich außerdem „retroreflektierende Elemente oder zusätzliche Lichtanlagen“ an den Lenkstangen.

Das muss man im Straßenverkehr mit einem E-Scooter beachten:

Neue Regeln für die Sharing-Anbieter und E-Leihroller

Die E-Scooter sind vor allem als Leihangebot von verschiedenen Sharing-Diensten sehr beliebt. In diesem Punkt erhofft man sich, dass hierfür, durch eine Zusammenarbeit mit den Kommunen, ausgewiesene Parkzonen geschaffen werden können. Hierbei könnte auch ein sogenanntes Geofencing helfen.

Die Sharing-Anbieter will man aber auch in anderen Punkten in die Pflicht nehmen. So soll etwa in den Abendstunden, am Wochenende oder im Rahmen größerer Veranstaltungen eine automatische Drosselung der Geschwindigkeit geschehen, wenn hier E-Scooter zur Verfügung stehen.

Außerdem will man das Fahren unter dem Einfluss von Alkohol erschweren, in dem Anbieter eine Sperrfunktion in ihre Apps integrieren. Erst wenn eine Frage oder Aufgabe erfolgreich beantwortet werden konnte, soll ein E-Scooter gemietet werden können.

Für neue Nutzer der Sharing-Angebote fordert man außerdem, dass die Apps die Höchstgeschwindigkeit bis zur dritten Fahrt auf 10 bis 15 km/h drosseln. Eine ähnliche Drosselung soll auch dann automatisch gelten, wenn die Wetterlage dies erfordert, beispielsweise bei nassen oder glatten Straßen im Herbst oder Winter. Auf diese Gefahren sollte die App beim Beginn einer Fahrt hinweisen.

Mindestalter für E-Scooter soll erhöht werden

Ein weiterer Punkt der 11 Vorschläge betrifft junge Scooter-Fahrer. Konkret wünschen sich die beiden Organisationen, dass das „Mindestalter für das Fahren mit E-Scootern von 14 auf 15 Jahre“ erhöht wird. Außerdem soll es eine Prüfbescheinigung für diejenigen geben, die „nicht mindestens im Besitz der Mofaprüfbescheinigung (Klasse AM) sind“.

Bei den Bußgeldern fordert man eine Angleichung für das verbotene Fahren auf Gehwegen. Radfahrer zahlen hierfür bereits ein Bußgeld in Höhe von 55 bis 100 Euro, Scooterfahrer kommen hingegen mit einem Verwarngeld in Höhe von 20 bis 30 Euro davon.

Die vollständigen Forderungen von Dekra und DVR können in diesem PDF der beiden Organisationen eingesehen werden.

Holger Eilhard

Holger Eilhard, GIGA-Experte für iPhone, iPad, Mac und alles andere zum Thema Apple.

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