Github baut im Permafrost von Spitzbergen ein Langzeitarchiv für Open-Source-Software auf (Foto: Github)

Open-Source-Archiv im Eis: In der Arktis hat GitHub damit begonnen Momentaufnahmen von auf der Plattform gespeichertem Code in einem Archiv für die Nachwelt zu konservieren. Wer dabei ist, hat jetzt einen Badge im Nutzerprofil.

Auf der Entwicklerkonferenz GitHub Universe 2019 stellte CEO Nat Friedman das GitHub Archive Programm vor: Auf der Plattform befindlicher Code sollte in einem Archiv in der Arktis auf Filmrollen für die Nachwelt aufbewahrt werden. Am 2. Februar wurden zu diesem Zweck sogenannte Snapshots – Momentaufnahmen aller öffentlich einsehbarer Repositories auf GitHub.com erstellt und in den darauffolgenden Wochen und Monaten auf gehärtetem Microfilm archiviert. Insgesamt entstanden so 21 Terrabyte Code auf 186 Filmrollen. Am 8. Juli 2020 konnten diese schließlich trotz Pandemie-bedingt erschwerter Bedingungen erfolgreich in der zum Code Archiv umfunktionierten Kohlemiene eingelagert werden, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Neuer Badge im Profil

Entwickler und Entwicklerinnen, von deren Code Schnappschüsse erstellt wurde, die sich jetzt im Archiv befinden, können sich seit heute über einen entsprechenden Badge auf ihrem GitHub-Profil freuen. Per Hover sollen sich dann die betreffenden Repositories anzeigen lassen, zu denen er oder sie beigetragen hatte.

So sieht der Badge im Nutzerprofil aus. (Screenshot: GitHub)

Begleitmaterialien für die Nachwelt

Jeder der Filmrollen wurde zudem ein „Guide to the GitHub Code Vault“ beigefügt. Einsehbar ist dieses mit Input aus der Community geschriebene Erklärstück auch im zugehörigen Repo des Archive-Programms. Zusätzlich enthält das Archiv eine separate Filmrolle mit Ausführungen zu Geschichte und kulturellem Kontext des Archivinhalts in Schriftform. Der sogenannte Tech Tree soll eine detaillierte Darstellung moderner Softwareentwicklung, Open Source und verschiedenster Anwendungen sowie populärer Programmiersprachen bieten.

Auch Werke, die die technischen Voraussetzungen für die Entstehung unter anderem von Mikroprozessoren, Netzwerken, Elektronik, Halbleitern und auch vorindustrieeller Technologien erläutern, sollen darin enthalten sein. So soll den Erben des Archivs ein möglichst umfassendes Verständnis der heutigen technologischen Möglichkeiten ermöglicht werden.

Feedback unbedingt erwünscht

GitHub plant in Kürze eine erste Liste von Arbeiten, die in diesen sogenannten Tech Tree aufgenommen werden sollen, im Repo des Archiv zu veröffentlichen – zusammen mit der Bitte um Ideen, Vorschläge und Feedback aus der Community.

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